Hercules 220 MK von Dieter Lanzl

“Das Fahrzeug dürfte 1962 so um die 900 DM gekostet haben, was für einen normalen Arbeiter kein Pappenstil war. Das Fahrzeug wurde mit einem Pressrahmen gebaut, was zu der Zeit beim Moped- und Mokickbau keine Seltenheit war und um der Sozia gerecht zu werden, mit einem Denfeld Sattel versehen.”

Ich staunte nicht schlecht, als mir Dieter Lanzl aus Mühlacker die Geschichte seiner 220 mit vielen Bildern schickte:

“Bei dem Mokick handelt es sich um ein Fahrzeug der Nürnberger Hercules-Werke GmbH, das in der Zeit des “Wirtschaftswunders” anfangs der 60 er Jahre gebaut wurde.”

“Der Werbeslogan lautete derzeit in alten “Hercules” Prospekten: “Glück zu Zweit”

Das Fahrzeug ist in gletschergrün und resedagrau lackiert, was das Gefühl “der Erneuerung und des Aufbruchs” sehr schön wiederspiegelt.”

“Konzipiert ist das Fahrzeug für eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/Std. und wurde mit einem 47 ccm. Motor von Fichtel & Sachs versehen, der meines Wissens ca. 1,6 bis 1,8 PS bringt. Zulässiges Gesamt- gewicht ist 220 kg, wobei der Eigenanteil ca. 66 kg beträgt.”

“Ich selbst erwarb das Fahrzeug Mitte Mai 2005, weil es mein eigenes Baujahr ist, in der Hoffnung es wieder auf die Straße zu bringen. Es befand sich in einem desolaten Zustand, was man als Scheunenfund bezeichnet. Das Öl war abgelassen, der Vergaser war offen, Teile fehlten (vor allem die Seitendeckel) oder waren auch kaputt.”

“Laut dem Vorbesitzer hatte es sein Vater vor ca. 20 Jahre erworben und dann so stehen lassen. Die Papiere waren nicht mehr vorhanden und im Tank wucherte der Rost.”

“Angefangen habe ich unter dem Motto “soviel wie nötig, so wenig wie möglich”, an der alten Substanz zu manipulieren.”

“Der Ehrlichkeit halber muss ich gestehen, dass der Lack und Chrom in Wirklichkeit nicht mehr ganz so toll sind, wie es auf den Bildern scheint. Aber der Erfolg kann sich meiner Meinung nach sehen lassen, da es trotz allem mehr Original ist, als die “Superlackierten”.

“Einen original Benzinhahn (Everbest, EVEGA GmbH Nürnberg) muss ich noch anbringen, der liegt allerdings schon bei mir im Keller.”

“Aber dann denke ich, dass es komplett ist, wenn mich nicht ein Herculeskenner etwas anderen belehrt.”

“Ich hoffe, dass es dem Leser und vor allem der jüngeren Generation ein bisschen Freude macht solche älteren Teile anzusehen und was darüber zu erfahren.

In den 60er Jahren waren diese Art Zweirädern nicht nur zum Spaß, sondern ein Garant für die Mobilität des kleinen Mannes.,

Viele Grüße

Dieter Lanzl”

Die 220 mit fahrtwindgekühltem Motor (1,8 PS) war parallel auch als L - Modell mit Gebläsekühlung (2,6 PS) als Mokick bis 1973 im Programm von Hercules. Auf dem gleichen Rahmen ist übrigens auch die 220K (3,2 PS, 3-Gang Handschaltung) und die 220 KF/4 (4,2 PS, 4-Gang Fußschaltung) aufgebaut. Diese beiden Modelle waren Kleinkrafträder und schafften ca. 65 - 75 km/h.

 

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