Paioli Stoßdämpfer überholen und lackieren Teil 1

So vergammelt sahen die Paioli - Dämpfer aus, als ich das Moped zerlegte. Optisch schon ein Graus.

Die Federspannung auf die kleinste Stufe stellen. Anschließend kann man mit einen Schraubenzieher den Tellerhalter aushebeln. Kratzer konnte ich mir ja erlauben, war eh egal. Die Spannung der Feder ist auf der kleinsten Stufe so lasch, dass man nix zu befürchten hat. Trotzdem: Nachmachen auf eigene Gefahr!

Vor der Öffnung des Dämpfers wusch ich alles mit Diesel und Pinsel. Sand und Dreck sollten nicht in das Innere des Dämpfers gelangen.

Die Schlüsselweite der großen Mutter beträgt 36mm. Die ist aber so weich und schmal, dass man mit dem großen Schlüssel schnell abrutscht und die Mutter rund wird. Die einfachste Lösung ist das Einspannen der Mutter in den Schraubstock, den Dämpfer mit der Rohrzange packen und aufdrehen. Der Gestank des 18 Jahre alten Öls war wirklich schrecklich. Viel davon war nicht mehr drinnen, das meiste entwich über die Kolbenstange an dem defekten Simmering vorbei.

Der Stahlring reagiert bei der Feuchtigkeit unter dem Deckel mit dem Aluminiumgehäuse. Das ist die Ursache für das Abplatzen des Lackes bei allen Paiolis. Ich habe ihn entfernt und nicht ersetzt, da die Gasbeaufschlagung eh eingeklebt ist und somit nicht zu reparieren war. Braucht auch kein Mensch.

Von der Kolbenstange wurde der Kolben abgeschraubt und in seine Einzelteile zerlegt. Ich habe die Teile der Reihe nach gleich fotografiert. So konnte ich später beim Zusammenbauen einfach die Fotos als Anleitung benutzen.

Das Abbeizen des Lackes ist unbedingt erforderlich. Ich habe darauf zuerst verzichtet und den alten Lack überlackiert. Die Folge war, dass bei 2 nacheinander folgenden Versuchen der neue Lack darüber Haarrisse bekam, da er mit dem Untergrund reagierte. Also weg mit dem alten Zeug.

Erst jetzt sah man, dass die Firma Paroli wohl nicht viel von sauberer Produktion hält. Die Oberfläche der Gehäuse gleicht einer Mondlandschaft.

Um erneute unliebsame Überraschungen beim Lackieren zu vermeiden, habe ich eine spezielle Alu - Grundierung verwendet. Ich verzichtete auf das Schleifen um nicht durch die Grundierung durchzuschleifen. Erst darauf trug ich den Füller auf und schliff diesen vorsichtig an. Auf keinen Fall durfte die Grundierung durchgeschliffen werden. Eine superglatte Oberfläche war somit nicht zu erzielen. Die gabs aber auch nicht in original.

Nach gutem Durchtrocknen von Grundierung und Füller wurden die Dämpfer mit der kleinen Pistole lackiert. Ich ließ sie zwei Tage trocknen und überzog sie abschließend mit Klarlack. Das Ergebnis war wirklich gut.

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